Herausforderungen für zeitgemäße Pädagogik im digitalen Wandel

Das Thema des #Edunautika-Barcamps an diesem Samstag in Hamburg ist zeitgemäße Pädagogik im digitalen Wandel. Für so ein spannendes, umfassendes und wichtiges Thema ist ein Tag leider nur sehr kurz. Für mich als ‚roten Faden‘ habe ich drei Fragen notiert, die mir grundlegend erscheinen und zu denen ich in den zahlreichen schon jetzt angekündigten Sessions weiter nach Antworten und neuen Impulsen suchen möchte. Ich halte die in den Fragen skizzierten Herausforderungen für relevant in allen Bildungsbereichen.

Wie lässt sich Handlungsfähigkeit in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft lehren?

In guter aufklärerischer Tradition ist für mich Mündigkeit das zentrale Lernziel in allen Bildungsbereiche. Ich ‚übersetze‘ den Begriff gerne mit ‚gesellschaftliche Handlungsfähigkeit‘, also der Fähigkeit, sich in die Gesellschaft einzubringen, sie mitzugestalten und die bestehenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wo nötig zu hinterfragen und zu ändern. Was aber bedeutet Handlungsfähigkeit in unserer heutigen globalisierten und digitalisierten Gesellschaft? Wie müssen vor diesem Hintergrund die ‚21. Century Skills‘ gestaltet sein?* Und vor allem: Mit welchen Inhalten und mit welchen Methoden kann zeitgemäße Pädagogik diese lehren?

Wie können wir eine aktive Gestaltung der Digitalisierung zur gelebten gesellschaftlichen Praxis machen?

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist kein Naturzustand, sondern von uns Menschen gemacht und natürlich auch weiterhin gestaltbar. Das Wissen über diese Tatsache zu vermitteln ist angesichts hochkomplexer automatisierter Prozesse und Algorithmen mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind die eine große Herausforderung. Die zweite, noch viel größere Herausforderung ist, dieses Wissen dann auch zu einer gelebten Praxis zu machen. Was kann zeitgemäße Pädagogik im digitalen Wandel dazu beitragen?

Wie nehmen wir alle mit und lassen niemanden zurück?

‚Gute Bildung für alle‘ - das war das Versprechen der letzten großen Bildungsreform in Westdeutschland in den 70er Jahren. Die Realität ist bis heute eine andere: Gute Bildung gibt es längst nicht für alle. Die Spaltung in diejenigen, die über gute Bildung verfügen – und diejenigen, die die Schule verlassen und kaum richtig lesen und schreiben können, wird eher größer als kleiner. Wie können wir mit zeitgemäßer Pädagogik im digitalen Wandel einen Beitrag leisten, dass mehr Menschen Teilhabe an guter Bildung haben?

Ich freue mich sehr auf den Austausch am Samstag in Hamburg!

* Einen guten Einstieg zum Thema '21th Century Skills' gibt es im Buch: ‚Die vier Dimensionen der Bildung. Was Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen‘