Einstieg in die Methode des Forschenden Lernens

Veröffentlicht am 2.5.2018

Forschendes Lernen ist eine spannende und empfehlenswerte Methode für zeitgemäße Bildung. Die grundsätzliche Idee ist, dass Lernende eine eigene Frage entwickeln, zur Bearbeitung die erforderlichen Erkundungen und Recherchen durchführen und abschließend ihre Ergebnisse präsentieren und reflektieren. Die Methode des Forschenden Lernens ist Bestandteil zahlreicher reformpädagogischer Ansätze und bietet viele Verknüpfungen zu aktuellen Debatten um zeitgemäße Bildung. Verwendet werden kann sie in allen Bildungsphasen: von der Kita bis zur Erwachsenenbildung.

Wie setze ich die Methode des Forschenden Lernens um?

Grundlegend für das Forschende Lernen ist die selbstständige Themenwahl und Bearbeitung durch die Lernenden. Vor diesem Hintergrund sind direkt nachnutzbare Unterrichtsbeispiele nicht möglich. Wohl aber lässt sich von Best Practice Projekten lernen und auf dieser Basis auch ein exemplarischer Ablauf skizzieren.

Wer die Methode zum ersten Mal aufgreift, kann zu Beginn in einer Einführung darüber informieren, was geplant ist und wie im Rahmen des Projekts gelernt werden soll. Wer mit jüngeren Kindern ein Unterrichtsprojekt auf Basis des Forschenden Lernen plant, kann z.B. das Interview einer vierten Klasse mit der Kinderphilosophin Kristina Calvert zur Frage ‚Was ist Forschendes Lernen‘ bei den Radiofüchsen anhören.

Anschließend folgen die eigentlichen Phasen des Lernprozesses:

  1. die Lernenden entwickeln eine eigene Fragestellung, die für sie relevant ist. Hilfreich kann dazu die von Lisa Rosa entwickelte Checkliste zur Entwicklung einer Forschungsfrage und dem dazu passenden Arbeitsvorhaben sein.
  2. die Frage wird im Rahmen eines selbst gestalteten Forschungsprozesses bearbeitet.
  3. die Ergebnisse werden zusammengetragen, präsentiert und reflektiert.

Auf der Website ‘Forschendes Lernen’ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sind diese drei Phasen genauer erläutert.

Wie hängt Forschendes Lernen mit den geforderten Kompetenzen für das 21. Jahrhundert zusammen?

Die für das 21. Jahrhundert geforderten Kompetenzen werden oft mit den ‚4K‘s‘ beschrieben. Diese sind: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität, Kritisches Denken Für seinen Vortrag „Digitale Bildung im Zeichen der 4Ks“ hat Jöran Muuß-Merholz erläutert, was sich hinter diesen Skills jeweils verbirgt:

Die vollständige Darstellung findet ihr in seinem Blog.

Wer sich diese Definitionen der 4K‘s ansieht und mit dem Forschenden Lernen in Beziehung setzt, entdeckt sofort die Passung beider Ansätze. Anders ausgedrückt: Forschendes Lernen beinhaltet Lernprozesse und praktisches Handeln zu Kommunikation, Kreativität, Kollaboration und Kritischem Denken wie wohl kaum eine andere Methode.

Forschendes Lernen lässt sich auch ausgezeichnet mit digital-unterstützter Bildung in Einklang bringen. Für die oben skizzierten Phasen des Lernprozesses lassen sich hierbei unterschiedliche Ansätze finden:

Wo finde ich weitere Informationen?

Herzlichen Dank an Jens Großpietsch für die Hinweise!

Viel Freude beim weiteren Informieren und vor allem bei der Umsetzung in der eigenen Bildungspraxis! An Erfahrungsberichten bin ich sehr interessiert.

Update: Zur Frage, wo die Lehrperson beim Forschenden Lernen/ Projektlernen helfen kann bzw. was sie gerade nicht tun darf, gibt es ein empfehlenswertes Interview von Lisa Rosa mit dem Lehrer Max von Redecker.

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