Meine 'zum Weiterdenken'-Notizen vom #OERcamp18 in Hattingen

Gestern und heute fand in der DGB-Bildungsstätte in Hattingen das dritte von insgesamt vier OERcamps in diesem Jahr statt. Ich konnte leider nur am zweiten Tag mit dabei sein. Diesen Blogbeitrag schreibe ich auf der Rückfahrt, um die für mich relevanten Anstöße zusammenzufassen, die ich mitnehme, an denen ich weiter arbeiten will und zu denen ich mich auch über gemeinsames Weiterdenken freue. Wer sich selbst einen Überblick über die Themen und Diskussionen des Camps verschaffen will, kann hier auf die Übersicht aller Workshops und Sessions – inklusive der jeweils verlinkten Dokumentationen zugreifen.

OER Weiternutzung und Remix mit Twine

Ich habe mich sehr über das große Interesse an meiner Session zum Open Source Tool ‚Twine‘ gefreut. Die Session möchte ich nächste Woche in Hamburg gerne wiederholen. Schön wäre dann auch mehr Raum für eine Diskussion, wie wir das Potential dieses Tools für OER-Weiternutzung und -Remix praktisch zur Umsetzung bringen können.

Wer einen einfachen Einstieg in Twine sucht, dem empfehle ich ein kurzes Online-Tutorial dazu und/ oder das Erkunden via Ausprobieren auf der Website www.twinery.org

Von OER zu OERSS: Open Educational Rersource - Student Sharing

Im Workshop ‚Lehren und Lernen in der digitalen Welt. Warum OER?‘ von Bettina Waffner ging es um das Potential von OER für einen pädagogischen Paradigmenwechsel. Ihre These war, dass es sich vor allem dann um starke OER handelt, wenn Lehrende und Lernende OER selbst erstellen und zur Weiternutzung veröffentlichen. Bei schwachen OER würde dagegen lediglich aus Sicht der Lehrenden die Frage gestellt ‚Wo finde ich Materialien‘. Der Ansatz 'starker OER' schließt damit gut an den kurzen Blogbeitrag von Stephen Downes an, der die Zukunft von OER insbesondere im Sinne eines Konzepts von OERSS: Open Educational Rersource - Student Sharing sieht, d.h. vom Lernenden aus gedacht.

Zum Weiterdenken lohnend finde ich vor diesem Hintergrund für mich insbesondere die Frage, wie sich dieses Konzept in klassischen OER-Fortbildungen z.B. an Schulen zur Umsetzung bringen lässt. Als Königsweg haben wir herausgearbeitet, das beides synergetisch vermittelt werden müsste: OER sowohl als Material, als auch als Tool/ Methode. Zusätzlich nehme ich aus der Session noch den Lektüretipp ‚Open. The Philosophy and Practices that are revolutionizing Education and Sciene‘ mit.

‘OER-Klappe‘ - weiter gedacht

Im Workshop ‚CARE-Framework: auf dem Weg zum OER-Mainstreaming‘ von Gabi Framework haben wir – aufbauend auf den Ergebnissen aus Bad Wildbad – nach Ideen und Ansätzen gesucht, um die vier Aspekte des CARE Framweworks - Contribute, Attribute, Release und Empower – mit Leben zu füllen. Für mich besonders spannend daran: eine Verküpfung mit der Idee der ‚OER-Klappe‘, die wir beim OERcamp in Leipzig bereits neu diskutiert hatten. Eine gute Herangehensweise wäre somit, die Funktion ‚Abgabe von erstellten Materialien‘ bei der OER-Klappe (entspricht in etwa der Release‘ Funktion des Frameworks) mit dem Empower-Aspekt zu verknüpfen und auf diese Weise im Kontext der ‚Klappe‘ auch Qualifizierung zu bieten.

Auch darüber hinaus haben wir im Session-Pad einige Punkte zum Weiterarbeiten festgehalten – insbesondere eine einfache Checkliste/ Anleitung zur Frage der Metadaten bei der Veröffentlichung von OER.

Kriterien und Unterscheidungsmerkmale zum Thema ‚Dritter Ort‘

Das Thema ‚Dritter Ort‘ begleitet mich auf den von mir besuchten Sessions seit der Edunautika – und nimmt als Idee und Konzept immer konkretere Züge an. Auch in Hattingen habe ich (gemeinsam mit Martin Nestler) eine Session dazu angeboten. Die Intention hierzu war eine doppelte: weitere Interessierte zum Mitmachen/ Mitdenken zu gewinnen und aufbauend auf den bisherigen Überlegungen weiterzudenken. Der Fokus in Hattingen lag auf der Frage der Konkretisierung des Begriffs Dritter Ort. Erstens in Hinblick auf eine Unterscheidung zwischen weichen (bzw. nicht-intendierten) Dritten Orten (Beispiel: Starbucks) und harten (intendierten, geplanten) Dritten Orten, die gezielt konzipiert, aufgebaut und zur Verfügung gestellt werden. Zweitens in Hinblick auf eine Sammlung von normativen Kriterien, die für uns entscheidend sind für Dritte Orte (anders ausgedrückt: Was sollte ein Dritter Ort unbedingt vorweisen können?) Entstanden ist zur zweiten Frage eine Sammlung möglicher Kriterien. Außerdem gibt es in der FB-Gruppe 'Dritter Ort' Diskussionen zu hart/ weich sowie normativ/deskriptiv als Unterscheidungskriterien an sich. An alledem wollen wir weiter überlegen und das dann auch in Hamburg zur Diskussion stellen.

Fazit: ein spannender und vielfältiger Tag mit zahlreichen Inspirationen. Danke ans Orga-Team und an alle Teilgebenden und bis in wenigen Tagen in Hamburg!