Neues Angebot aus dem eBildungslabor: www.oercheck.de

Schon lange beschäftigt mich das Thema ‚Qualität von OER‘. Der Grund dafür ist nicht, dass ich selbst der Ansicht wäre, dass OER ein Qualitätsproblem haben. Eher im Gegenteil: Ich halte sie geradezu prädestiniert für eine zeitgemäße Qualitätsentwicklung von Bildungsmaterialien.
Wenn man allerdings zu OER Fortbildungen gibt oder allgemein über das Thema referiert, ist man immer wieder mit den gleichen Fragen konfrontiert:

  • Wenn jeder Material veröffentlichen kann, wer kontrolliert denn dann die Qualität?
  • Wenn das Material frei zur Verfügung gestellt wird, wer übernimmt denn dann die Verantwortung dafür?
  • Wenn bei OER jeder ändern kann, wer achtet denn dann darauf, dass kein Unsinn dabei heraus kommt?

Diese Fragen entsprechen den beiden geflügelten Ansichten, die wohl jeder aus der Alltagssprache kennt: Was nichts kostet, ist nichts wert. Und: Viele Köche verderben den Brei.

Die werkstatt.bpb hat das Thema ‚Qualität von OER‘ beim OERcamp 2017 in Berlin vor diesem Hintergrund dankenswerterweise als Thema aufgegriffen. Ich war als Referentin eingeladen. Die Idee aus der werkstatt.bpb war es, Checklisten zu erstellen, mit denen sich die Qualität von OER überprüfen lässt. Ich fand die Idee gleich spannend, aber auch sehr herausfordernd. Denn die Besonderheit einer zeitgemäßen Qualitätsentwicklung ist ja gerade, dass die Qualität von Materialien sich aus dem jeweils spezifischen Lehr-Lern-Kontext ergibt. Kann es vor diesem Hintergrund überhaupt sinnvoll, vorgegebene und abprüfbare Kriterien für den Qualitätscheck zur Verfügung zu stellen? In meinem Einstieg für den Workshop habe ich diese Überlegungen näher verdeutlicht und – in Anlehnung an die wissenschaftlichen Arbeiten von Ulf-Daniel Ehlers - drei Ebenen der Qualität von OER herausgearbeitet:

  • Open: Wie offen/ wie frei zugänglich sind die Materialien?
  • Educational: Wie gut passt das Material in meinen Bildungskontext bzw. lässt sich hierfür anpassen?
  • Resources: Wie sind die Inhalte des Materials vor dem Hintergrund meines Bildungskontextes zu bewertet.

Im Workshop haben wir mithilfe dieser Systematisierung dann zahlreiche Kriterien gesammelt und diese anschließend in der werkstatt.bpb aufbereitet. Im Ergebnis wurden mehrere Punkte deutlich:

  • Die Frage, ob ein gefundenes Bildungsmaterial gut oder schlecht nicht, ist nicht die einzige relevante im Kontext der Qualitätsfrage bei OER. Dazu gehören auch die beiden Fragen: Ist mein selbst erstelltes Material ein gutes Material? Und: Was kann ich tun, um die Qualität von einem bestimmten Material zu verbessern? Somit sind im Ergebnis drei ‚Checklisten‘ entstanden, die bei der Beantwortung dieser drei genannten Fragen helfen.
  • Es gibt nicht die eine richtige Antwort auf diese drei Qualitätsfragen. Stattdessen muss für jeden Lehr-Lern-Kontext ein spezifischer Qualitätsindikator abgefragt werden. In dieser Art und Weise sind nun auch die Checklisten gestaltet.
  • Um zeitgemäße Qualitätsentwicklung voranzubringen, ist Aufklärung und Unterstützung in der Bildungspraxis nötig. Die entstandenen Checklisten - veröffentlicht in der werkstatt.bpb - machen hierfür einen hilfreichen Anfang und können am besten als interaktives Reflexionstool genutzt werden. Weiter aufbereitet habe ich sie mit der Website www.oercheck.de. Hier erhalten Nutzende nicht nur die drei Checklisten, sondern – basierend auf ihren Antworten – weiterführende Links und Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung.

Mein Ziel mit www.oercheck.de: der Qualitätsdebatte zu OER einen konstruktiven Schubs geben – weg von der oft gehörten Frage, ob freie Materialien überhaupt qualitativ hochwertig sein können. Und hin zu einem offen nutzbaren Tool für die Bildungspraxis, mit der zeitgemäße Qualitätsentwicklung von OER in der Breite zur Umsetzung kommt.

Viel Spaß beim Ausprobieren von www.oercheck.de Ich freue mich über Feedback!

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