Partizipatives und produktives Lernen mit Open Educational Resources (OER)

Während das Interesse an Open Educational Resources (OER) auch in der deutschsprachigen Diskussion beständig wächst, fehlt es nach wie vor an praktischen Bildungsprojekten, in deren Rahmen OER verwendet und gestaltet werden. Um diese Lücke zu füllen habe ich mich mit dem von mir entwickelten P2-Modell (Modell der Partizipation und Produktion) an einer mediendidaktischen Fundierung zum Lehren und Lernen mit OER versucht.

Grundlegend für das P2-Modell ist die Annahme, dass erfolgreiche Lernprozesse mit OER nur dann möglich sind, wenn Lernende die Verwendung und Gestaltung von OER in Bildungsprojekten aktiv kennenlernen können. Vor diesem Hintergrund zielt das Modell auf die Gestaltung von Bildungsprojekten, die zwei Komponenten aufweisen: eine Komponente der Partizipation und eine Komponente der Produktion.

Der theoretische Hintergrund für die erste Komponente - die Partizipation – ist die so genannte partizipative Mediendidaktik von Kerstin Mayrberger. Ihr Anspruch ist es, vor dem Hintergrund der digitalen Kultur ein Modell zu entwickeln, welches Bildung in der Form gestaltet, dass zwischen Lehrenden und Lernenden ein Partizipationsraum entsteht. Die Art und Weise wie in diesem Partizipationsraum gelehrt und gelernt werden soll, deckt sich mit den Ansprüchen, die für das Lehren und Lernen mit OER entscheidend sind: selbstbestimmt, im Austausch mit anderen und unter Rückgriff auf das Web 2.0. Lernende können durch partizipatives Lernen insbesondere die Erfahrung machen, dass es ihnen aufgrund von OER möglich ist, ihre Lernprozesse selbstbestimmt und auch freiwillig zu gestalten. Hierfür müssen die entwickelten Bildungsprojekte eine Offenheit hin zum Web 2.0 aufweisen und Lernende unterstützt werden, nach Ressourcen zu recherchieren, die sie für ihre Lernprozesse benötigen.

Die zweite Komponente – die Produktion - ergibt sich daraus, dass die auf Grundlage des P2-Modells entwickelten Bildungsprojekte alle ein identisches Ziel verfolgen: eine neue OER zu gestalten und zu veröffentlichen. Lernende übernehmen auf diese Weise nicht nur Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse, sondern auch für die Lernprozesse anderer. Damit kommen sie in eine Situation, in der sie nicht nur Wissen erwerben, sondern dieses auch mit anderen teilen.

Insgesamt erleben Lernende im Rahmen von Bildungsprojekten auf Grundlage des P2-Modells somit, wie Bildung mit OER funktionieren kann: Man kooperiert auf freiwilliger Basis miteinander, mit dem Ziel die eigenen Lernprozesse zu unterstützen und zugleich die globale Wissensproduktion voranzutreiben.

Lizenzhinweis

Dieser Inhalt ist offen und steht Dir damit zur Weiterverwendung frei zur Verfügung. Bitte gib dabei den folgenden Lizenzhinweis an:

Der Inhalt Partizipatives und produktives Lernen mit Open Educational Resources (OER) aus dem eBildungslabor steht unter der Lizenz CC BY 4.0

Als HTML-Code zum Einbetten:

<p>Der Inhalt <a href=http://www.ebildungslabor.de/blog/partizipatives-und-produktives-lernen-mit-open-educational-resources-oer>Partizipatives und produktives Lernen mit Open Educational Resources (OER)</a> aus dem <a href=http://www.ebildungslabor>eBildungslabor</a> steht  unter der <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">Lizenz CC BY 4.0</a></p>