Verfahrensschritte zur Gestaltung digitaler Bildungsangebote

Um digitale Bildungsangebote zu gestalten, bietet es sich vielfach an, auf Ansätze des Instructional Design (ID) zurückzugreifen. Unter ID wird allgemein eine systematische Herangehensweise an die Entwicklung bei Bildungsangeboten verstanden, bei der Erkenntnissen über den Lernprozess ebenso berücksichtigt werden wie die Rahmenbedingungen der konkreten Situation. Die Entwicklung erfolgt vor diesem Hintergrund nicht spontan und inituitiv, sondern folgt selbst definierten Regeln.

Das Ur-Modell des ID wird als ADDIE-Modell bezeichnet. Seine Anfangsbuchstaben enthalten die empfohlenen Schritte zur Gestaltung: Analyse („analysis“), Planung („design“), Entwicklung („development“), Implementierung („implementation“) und Evaluation („evaluation“). Diese Grundidee findet sich bis heute in zahlreichen Ansätzen des ID wieder. Knapper zusammengefasst werden drei Arbeitsblöcke unterschieden: Beim ersten Arbeitsblock geht es um die Analyse und Planung. In diesem Block werden die Lehr- und Lernziele festgelegt, die Eigenschaften der Zielgruppe analysiert und auf dieser Grundlage die Lerninhalte ausgewählt und vorbereitet sowie die Lehr- und Lernmethode und der Einsatz von Medien geplant. Im zweiten Arbeitsblock geht es um die Entwicklung der Lehr-/ Lernmodule und um die Produktion. Schließlich folgt im dritten Schritt die Evaluation, woraufhin die Lernumgebung anschließend einer Revision unterzogen wird und dann zum Einsatz kommt.

Entscheidend beim ADDIe-Modell bzw. bei ID-Modellen insgesamt ist vor allem der erste Schritt: Systematisch muss erhoben werden, welcher Bildungsbedarf mit dem geplanten Bildungsangebot erfüllt werden soll und mit welchen Rahmenbedingungen man hierbei konfrontiert ist. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das im folgenden entwickelten Angebot für den jeweiligen Bedarf und die beabsichtigte Zielgruppe passend ist. Letzteres stellt einen natürlich vor allem bei offen geplanten Bildungsprojekten vor große Herausforderungen, da die zukünftige Zielgruppe hier nicht abgeschätzt werden kann.

Im Gegensatz zum ADDIE-Modell sind zahlreiche in der Folge entstandene Modelle komplexer gestaltet, um auch komplexeren Anforderungen zu genügen.

Im Rahmen meiner Arbeit greife ich häufig auf Grundsätze zurück, die im Rahmen einer konstruktivistisch orientierten Weiterentwicklung des ADDIE-Modells beschrieben wurden. Die bekannteste Weiterentwicklung trägt die Bezeichnung R2D2 (rekursiv und reflektiert, Design und Development)-Modell. Der wesentliche Grundsatz dieses Modells ist ein iteratives, anstelle eines linearen Vorgehens. Es gibt somit keinen klaren Start- und Endpunkt. Stattdessen können die Phasen traditioneller ID-Modelle immer wieder erneut sowie in unterschiedlicher Reihenfolge und von unterschiedlichen Beteiligten aufgerufen und weiterentwickelt werden. Auf diese Weise werden die Vorzüge des ID – eine planvolle Gesataltung – mit der Möglichkeit verbunden, beteiligungsorientierte Gestaltungsprozesse zu ermöglichen, die insbesondere für partizipative Bildungsprojekte unerlässlich sind.

Lizenzhinweis

Dieser Inhalt ist offen und steht Dir damit zur Weiterverwendung frei zur Verfügung. Bitte gib dabei den folgenden Lizenzhinweis an:

Der Inhalt Verfahrensschritte zur Gestaltung digitaler Bildungsangebote aus dem eBildungslabor steht unter der Lizenz CC BY 4.0

Als HTML-Code zum Einbetten:

<p>Der Inhalt <a href=http://www.ebildungslabor.de/blog/verfahrensschritte-zur-gestaltung-digitaler-bildungsangebote>Verfahrensschritte zur Gestaltung digitaler Bildungsangebote</a> aus dem <a href=http://www.ebildungslabor>eBildungslabor</a> steht  unter der <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">Lizenz CC BY 4.0</a></p>